Wie bereitet man Rhabarber zu?

Rhabarber ist ein klassisches Frühlingsgemüse mit säuerlich-frischem Geschmack, das vor allem in Kuchen, Kompott und Marmelade beliebt ist. Von April bis Juni hat er Hochsaison und bringt mit seiner leuchtend roten oder grünen Farbe Abwechslung in die Küche. Viele Menschen sind jedoch unsicher bei der Zubereitung: Muss man Rhabarber schälen, sind die Blätter giftig, wie entfernt man die Säure und warum wird er manchmal bitter? Diese Fragen führen oft dazu, dass auf dieses vielseitige Gemüse verzichtet wird.
Die gute Nachricht: Rhabarber zuzubereiten ist einfacher als gedacht, wenn Sie ein paar grundlegende Regeln beachten. Der Schlüssel liegt in der richtigen Vorbereitung und dem Umgang mit der Oxalsäure. Ob für süße Desserts, herzhafte Chutneys oder erfrischende Getränke – Rhabarber ist extrem vielseitig. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen kompakt alle wichtigen Zubereitungsmethoden, wie Sie die Säure reduzieren und welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten.
Die wichtigsten Informationen zur Rhabarber-Zubereitung im Überblick:
| Zubereitungsart | Methode | Zeit |
|---|---|---|
| Kochen (Kompott) | In Stücken mit Zucker dünsten | 8-12 Minuten |
| Backofen (Kuchen) | Als Belag auf Teig | 30-40 Minuten |
| Blanchieren | Kurz in kochendem Wasser | 2-3 Minuten |
| Einkochen (Marmelade) | Mit Zucker und Geliermittel | 5-8 Minuten |
| Roh | Nicht empfohlen wegen Oxalsäure | – |
Muss man Rhabarber schälen?
Jungen, dünnen Rhabarber müssen Sie nicht schälen – die Schale ist zart und wird beim Kochen weich. Bei dicken, älteren Stangen sollten Sie jedoch schälen, da die Schale faserig und zäh werden kann.
Wann schälen?
- Bei dicken Stangen (dicker als 2 cm)
- Bei späten Ernten (ab Ende Mai)
- Wenn die Schale bereits faserig aussieht
- Für feine Desserts wie Cremes oder Mousse
Fäden abziehen statt schälen: Bei mitteldicken Stangen reicht es oft, die Fäden abzuziehen. Schneiden Sie das untere Ende leicht an und ziehen Sie die Fasern nach oben ab – ähnlich wie bei Stangensellerie. Das geht schneller als komplett schälen.
Für Kompott und Kuchen: Hier können Sie auch ungeschälten Rhabarber verwenden, er zerfällt beim Kochen.
Wie bereitet man Rhabarber-Kompott zu?

Rhabarber-Kompott ist die klassische und einfachste Zubereitungsart. Es schmeckt zu Vanilleeis, Pudding, Joghurt oder Pfannkuchen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Rhabarber waschen, Blätter entfernen
- Bei Bedarf schälen oder Fäden abziehen
- In 2-3 cm lange Stücke schneiden
- In einen Topf geben mit 100-150 g Zucker pro 500 g Rhabarber
- Optional: 1-2 EL Wasser hinzufügen (Rhabarber gibt selbst viel Saft)
- Bei mittlerer Hitze 8-12 Minuten köcheln lassen
- Gelegentlich umrühren
- Fertig wenn die Stücke weich sind, aber noch Struktur haben
Geschmacks-Varianten:
- Mit Vanilleschote oder Vanilleextrakt
- Mit Zimt und Sternanis (winterlich)
- Mit Ingwerstückchen (würzig-frisch)
- Mit Erdbeeren kombiniert (weniger sauer)
Wichtig: Nicht zu lange kochen, sonst wird das Kompott matschig. Rhabarber sollte noch in Stücken erkennbar sein.
Wie backt man Rhabarberkuchen?
Rhabarberkuchen ist der Klassiker im Frühling. Der Rhabarber wird direkt auf dem Teig gebacken.
Basis-Methode:
- Ihren Lieblingsteig vorbereiten (Mürbeteig, Rührteig oder Hefeteig)
- Rhabarber waschen, bei Bedarf schälen, in 2-3 cm lange Stücke schneiden
- Optional: Mit 2-3 EL Zucker mischen und 10 Minuten ziehen lassen (entzieht Wasser)
- Teig auf ein Backblech geben oder in eine Form füllen
- Rhabarber gleichmäßig verteilen
- Mit Zucker bestreuen (ca. 50-80 g)
- Bei 180°C Ober-/Unterhitze 30-40 Minuten backen
Mit Streusel-Topping: Streusel aus Butter, Zucker, Mehl über den Rhabarber geben vor dem Backen – so wird der Kuchen noch knuspriger.
Mit Guss: Einen Vanillepudding-Guss oder Eierguss (Eier, Sahne, Zucker) über den Rhabarber gießen – macht den Kuchen cremiger.
Tipp: Legen Sie unter den Rhabarber eine dünne Schicht gemahlene Mandeln oder Semmelbrösel – das saugt überschüssige Flüssigkeit auf und der Boden wird nicht matschig.
Wie macht man Rhabarber-Marmelade?

Rhabarber-Marmelade ist schnell gemacht und ein perfekter Brotaufstrich.
Grundrezept:
- 1 kg Rhabarber waschen, putzen, in kleine Stücke schneiden
- Mit 500 g Gelierzucker 2:1 mischen
- Optional: Saft einer Zitrone hinzufügen
- In einem großen Topf zum Kochen bringen
- Unter Rühren 5-8 Minuten sprudelnd kochen lassen
- Gelierprobe machen: Tropfen auf kalten Teller – sollte fest werden
- In sterilisierte Gläser füllen und sofort verschließen
- Auf den Kopf stellen und abkühlen lassen
Geschmacks-Varianten:
- Rhabarber-Erdbeer-Marmelade (je 500 g von jedem)
- Mit Vanille oder Ingwer aromatisiert
- Mit Orangenschale für Frische
Wichtig: Nicht zu lange kochen, sonst verliert die Marmelade ihre schöne Farbe und wird bräunlich.
Sollte man Rhabarber blanchieren?
Ja, Blanchieren ist eine sehr gute Idee, besonders wenn Sie die Oxalsäure reduzieren möchten oder empfindlich darauf reagieren.
So funktioniert’s:
- Rhabarber waschen, putzen, in Stücke schneiden
- Topf mit Wasser zum Kochen bringen
- Rhabarberstücke hineingeben
- 2-3 Minuten blanchieren
- Abgießen und das Wasser wegschütten (enthält gelöste Oxalsäure)
- Mit frischem Wasser kurz abspülen
- Jetzt erst mit Zucker weiterverarbeiten
Vorteile:
- Deutlich weniger Säure und milder im Geschmack
- Bekömmlicher, besonders für empfindliche Personen
- Die Farbe bleibt intensiver
Nachteil: Ein Teil der wasserlöslichen Vitamine geht verloren. Für die meisten Anwendungen überwiegt aber der Vorteil.
Kann man Rhabarber roh essen?

Technisch ja, aber nicht empfohlen. Roher Rhabarber enthält hohe Mengen Oxalsäure, die unangenehme Nebenwirkungen haben kann.
Warum nicht roh essen?
- Sehr sauer und unangenehm im Geschmack
- Oxalsäure kann die Zähne angreifen
- Kann Magenschmerzen verursachen
- Kann die Aufnahme von Kalzium und Eisen hemmen
- Bei größeren Mengen Nierensteine begünstigen
Ausnahme: Manche Menschen naschen winzige Mengen roh mit Zucker bestreut – aber wirklich nur ganz wenig. Das ist eher nostalgisch als gesund.
Besser: Immer garen oder zumindest blanchieren. Durch die Hitze wird ein Teil der Oxalsäure neutralisiert und der Zucker bindet die restliche Säure.
Wann sollte man keinen Rhabarber mehr ernten?
Nach dem 24. Juni (Johannistag) sollten Sie keinen Rhabarber mehr ernten. Das ist keine Bauernregel ohne Grund, sondern hat wissenschaftliche Gründe.
Warum Ende Juni Schluss ist:
- Ab Juni steigt der Oxalsäuregehalt stark an
- Die Pflanze braucht Erholungszeit für die nächste Saison
- Später geernteter Rhabarber ist saurer und faseriger
- Die Stangen werden dünner und zäher
Optimale Erntezeit:
- April bis Mai: Bester Geschmack, niedrigster Oxalsäuregehalt
- Bis Ende Juni: Noch akzeptabel, aber saurer
- Ab Juli: Finger weg
Für die Pflanze: Lassen Sie nach der Ernte die Blätter stehen – sie sammeln Energie für das nächste Jahr.
Welche Gewürze passen zu Rhabarber?
Rhabarber hat einen stark säuerlichen Geschmack, der mit den richtigen Gewürzen harmonisch ausgeglichen werden kann.
Klassische Kombinationen:
Süß und warm:
- Vanille (der Klassiker, mildert Säure)
- Zimt + Sternanis (winterlich-würzig)
- Kardamom (orientalisch)
- Ingwer (scharf-frisch)
Fruchtig:
- Erdbeeren (perfekte Kombination)
- Orangen (Saft und Schale)
- Himbeeren oder Johannisbeeren
Kräuter:
- Minze (erfrischend für Getränke)
- Zitronenmelisse
- Basilikum (überraschend gut)
Besondere Aromen:
- Rosmarin (für herzhafte Chutneys)
- Pfeffer (für Kompott mit Wildgerichten)
- Tonkabohne (vanilleartig, edel)
Tipp: Die Kombination Rhabarber-Erdbeere ist so beliebt, weil die Süße der Erdbeeren die Säure des Rhabarbers perfekt ausgleicht.
Welche typischen Fehler sollte man vermeiden?

Die 7 häufigsten Fehler bei Rhabarber:
1. Blätter essen oder mitkochen: Sind giftig wegen hoher Oxalsäure → Sofort entfernen und entsorgen
2. Roh verzehren: Zu viel Oxalsäure, schlecht für Zähne und Magen → Immer garen
3. In Aluminium-Töpfen kochen: Säure reagiert mit Aluminium → Edelstahl oder emaillierte Töpfe verwenden
4. Nach Juni ernten: Oxalsäuregehalt zu hoch → Nur bis Ende Juni
5. Zu lange kochen: Wird matschig und verliert Farbe → 8-12 Minuten reichen
6. Zu wenig Zucker: Bleibt extrem sauer und ungenießbar → Großzügig süßen (100-150 g pro 500 g)
7. Mit Milchprodukten kombinieren: Oxalsäure bindet Kalzium → Besser getrennt genießen oder blanchieren
Informieren Sie sich über die optimale Zubereitung verschiedener Gemüsearten:
Welche Gerichte kann man mit Rhabarber zubereiten?
Rhabarber ist vielseitiger als die meisten denken. Hier fünf kreative Ideen:
1. Rhabarber-Crumble (einfaches Dessert) Rhabarberstücke in eine Form geben, mit Zucker und Vanille mischen. Mit Streuseln aus Butter, Mehl, Haferflocken und braunem Zucker bedecken. Bei 180°C 30 Minuten backen. Warm mit Vanilleeis servieren.
2. Rhabarber-Sirup für Getränke Rhabarber mit Zucker und Wasser aufkochen, absieben und als Sirup für Limonade, Prosecco oder Cocktails verwenden. Hält gekühlt mehrere Wochen.
3. Herzhafte Rhabarber-Chutney Mit Zwiebeln, Ingwer, Essig und Gewürzen einkochen. Passt hervorragend zu Käse, gegrilltem Fleisch oder Wild.
4. Rhabarber-Baiser-Kuchen Rhabarber-Kompott auf Mürbeteig verteilen, mit Baiserhaube (steif geschlagenes Eiweiß mit Zucker) bedecken und goldbraun backen. Elegant und lecker.
5. Rhabarber-Eton-Mess Geschichtetes Dessert aus zerbröcheltem Baiser, Rhabarber-Kompott und Sahne – schnell, beeindruckend und köstlich.
Rhabarber zuzubereiten ist unkompliziert, wenn Sie die wichtigste Regel beachten: Blätter sofort entfernen, immer mit Zucker garen und nicht nach Juni ernten. Durch Blanchieren können Sie die Oxalsäure reduzieren und den Rhabarber milder machen. Die Garzeit für Kompott beträgt nur 8-12 Minuten – nicht länger, sonst wird er matschig. Ob als Kuchen, Kompott oder Marmelade: Rhabarber ist extrem vielseitig und bringt frische Säure in süße und herzhafte Gerichte.